Path of Death V
08.10.2016 Mainz
Pentagramm

 
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  24.8.2004

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Bandbericht zum Party.San Open Air 2004

Donnerstag - Tentstage

Suffering Souls
Der Opener auf der Tentstage für das P.S.O.A 2004 war die Thüringer Death-Metal-Combo SUFFERING SOULS. Trotz der Bullenhitze kam sofort Stimmung auf. Die Jungs spielten groovigen Death mit einer abwechslungsreichen Mischung aus langsamen und schnellen Stücken, der mit viel Applaus bedacht wurde. Die perfekte Einstimmung für das Festival!

Golem
Als GOLEM auf die Bühne kam, begann draußen ein Unwetter, das etliche Pavillons und Zelte zerlegte (sogar unsere Schwedenfahne musste eingeholt werden ;-)). Unserer Meinung nach waren die Jungs sehr „blass“ und zeigten ein schwaches Stageacting. Die Jungs waren technisch sehr versiert, aber trotz allem wollte keine Stimmung aufkommen, mehr als höflicher Applaus des Publikums war nicht drin.

Disfear
Nach dem recht dürftigen Auftritt von GOLEM und mittlerweile angenehmen Temperaturen im Zelt bekam das Publikum mit DISFEAR den nötigen Arschtritt. Ihr schwedischer Crust ’n’ Roll sorgte für den ersten coolen Moshpit und ballerte voll in die Fresse. Tomba „Schreihals“ Lindberg war voll in seinem Element, und überhaupt zeigte die Band ein geiles Stageacting. Cool!

Purgatory
PURGATORY ließen an diesem Abend die Releaseparty für ihr neues Album „Luciferianism“ steigen. Dem Publikum hat es offensichtlich gefallen, die Mähnen flogen und kreisten! Erwähnenswert sei auf jeden Fall noch das geniale Cover des Songs „The Rack“ von der Kultband Asphyx. Gelungener Gig!

 

Freitag – Open-Hell-Stage

Sinners Bleed
Bei sonnigem Wetter vertrieb der Death-Metal von SINNERS BLEED den letzten Rest von Müdigkeit aus den Knochen. Ein gelungener Auftakt auf der Open-Hell-Stage. Ihr technisches, aber stets eingängiges Death-Geballer hat uns überzeugt.

Negator
Die Hamburger konnten mit ihrem solide runtergeholzten Black-Metal nicht nur die anwesende BM-Gemeinde mitreißen, auch ein kurzer Stromausfall tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Vermisst haben wir leider nur das obligatorische Corpse-Paint, was bei einem Album Titel wie "Old Black" Pflicht gewesen wäre...

Cryptic Wintermoon
Der symphonische Death/Black-Metal von CRYPTIC WINTERMOON kam nicht so überzeugend rüber wie auf CD. Keines der beiden „Lager“ fühlte sich so richtig davon angesprochen. Ganz nettes Cover von Judas Priest’s „Nightcrawler“. Eher durchschnittlicher Auftritt.

Fleshcrawl
Dagegen konnten die „schwedischen“ Schwaben von FLESHCRAWL wieder einmal die Massen begeistern. Die Mähnen flogen, die Propeller kreisten – erstes Highlight an diesem Tag. Ihr dargebotener Death ist live immer wieder eine Macht! Definitiv eine Band mit Zukunft! Geil!





 

Haemorrhage
Die Spanier HAEMORRHAGE überzeugten voll und ganz mit ihrem Grindcore und der geilen Bühnenshow mit Splatterelementen: der „blutüberströmte“ Sänger Lugubrious mit dem irren Blick nagte an einem „abgerissenen“ Gummiunterarm und knabberte an einem Gehirn rum - einfach kultig! Für ein breites Grinsen sorgte auch sein Spruch: „Christina Aguilera, Britney Spears and Michael Jackson fucking children - fuck the Posers!”. Diese Band sollte man unbedingt mal gesehen und gehört haben!

 

Pungent Stench
Nach dem letztjährigen Auftritt beim Summer Breeze haben PUNGENT STENCH uns diesmal enttäuscht. Spaßig war eigentlich nur die Ansage: „We are PUNGENT STENCH from Sweden!“. Die Ösis hatten außerdem ihre S/M-Ausrüstung vergessen. Schade.

Zyklon
Leider haben wir die Norweger verpasst, aber aus der Ferne klang das ziemlich geil... . Tja, irgendwann muss der Mensch halt auch mal auftanken ;-)

Dismember
Trotz des besoffenen (oder zugedröhnten?) Sängers Matti Kärki, der beim Schlusssong sogar rücklings auf die Bühne stürzte, haben DISMEMBER aus Schweden eine gute Show abgeliefert. Die Menge trotzte dem Regen und rockte vor der Bühne mächtig ab.
Hier gab es erstmals Soundprobleme, bis zur ersten Hälfte des Gigs war der Bass dermaßen übersteuert, dass die Erde bebte.

Carpathian Forest
Die Norweger waren die ersten der Black-Metal-Bands mit aufgelegtem Corpse-Paint, aber das und das Pseudo-Gefummel der beiden Lack- und Leder-Miezen reichten unserer Meinung auch nicht aus, die eher dürftige Show zu retten. Ihr etwas rock ‚n’ rolliger Black-Metal war an diesem Wochenende definitiv der schwächste. Eigentlich der Black-Metal-Headliner am Freitag. Langweilig!

Unleashed
Hell’s unleashed! Johnny Hedlund und seine Mannen waren ein würdiger Headliner! Trotz Ausfall des Gitarrensounds im ersten Song zogen die Death-Metal-Veteranen einen Spitzen-Gig vom Leder, dessen Höhepunkt zweifelsohne das „Evil Dead“-Cover von Death war, welches zu Ehren der verstorbenen Quorthon und Chuck Schuldiner (R.I.P.!) gespielt wurde. Ihren „Comeback“-Kollegen Dismember und Grave wurde ebenfalls Tribut gezollt, zwei Zugaben und ein sehr sympathischer Frontmann hinterließen eine enthusiastische Meute. Einzig nur ein Song („Winterland“) vom starken neuen Longplayer „Sworn Allegiance“ geben Anlass zu leichter Kritik, aber ansonsten: Ganz, ganz stark!!!
 


 

Samstag – Open-Hell-Stage

Gorerotted
Mit ihrem Grindcore wurde der letzte Festivaltag von den Engländern derbe eröffnet. Im Wechsel schreite und grunzte man sich die Gedärme aus dem Hals, und zu der brachialen Mucke wurde so manchem Hirn wieder eine Karussellfahrt spendiert. Mit hochgezogenem Kilt und zum Publikum gestrecktem Arsch zog man nach einem coolen Auftritt von der Bühne. Fuck you!!! ;-)

Incapacity
Für uns eine DER Überraschungen! Mit ihrem Schweden-Death kamen die Mannen sehr aggressiv rüber, steigerten sich im Laufe der Show immer weiter und ernteten auch am Schluss den absolut verdienten Beifall. Sehr geil, meine Herren!

Endstille
Böser, schneller Black-Metal aus eigenem Lande, vielleicht der heimliche Gewinner unter seines gleichen. Wurde durch das finstere Corpse-Paint und Acting von Iblis auch optisch in entsprechende Stimmung versetzt. Fuck Hell!

The Duskfall
Ein weiteres Highlight waren für uns die ebenfalls aus Schweden kommenden THE DUSKFALL. Ihr melodisch runtergeholzter Death war vom Feinsten, allen voran der letzte Song „Destroyer“ hatte es in sich! Super!

Graveworm (ABGESAGT!)
Kurzfristig hatten die Italiener abgesagt, hier ein kurzes Statement vom Veranstalter dazu:
»Graveworm haben am Spieltag gegen 8:30 Uhr angerufen und Ihre Teilnahme abgesagt. Als Begründung: Der Schlagzeuger hatte sich den Rücken verrenkt, und musste einen Tag länger im Krankenhaus verbringen. Naja dies haben die aber am Freitag auch schon gewusst.«

Heaven Shall Burn
Für die ausgefallenen GRAVEWORM ist kurzfristig die Thüringer Metalcore-Band HEAVEN SHALL BURN ins Boot geholt worden, und die dankten es allen mit einem Mördergig! Mit welcher Energie jeder einzelne seine Rolle ausübte war unglaublich! Sofort hatten sie ihr Publikum im Griff und es bildete sich ein Moshpit ohne Ende. Shouter Marcus Bischoff war ständig in Bewegung und sprang sogar von der Bühne in den Fotograben, um auf dem Absperrgitter in der ersten Reihe mit den Fans zu feiern! Ein absolutes Highlight!
 


 

 

Hatesphere
Die Thrasher aus Dänemark prügelten sich durch einen aggressiven Auftritt und fielen vor allem durch ihren sympathischen Sänger positiv auf: Jacob Bredahl schrie sich die Halsschlagadern dick und suchte ständig Kontakt zu den Fans. Er überließ selbigen sein Mikro, tauschte sogar mit einem sein T-Shirt (!) und klatschte nach dem Ende alle in der ersten Reihe ab. Famos!

Vomitory
Wer sie schon mal live gesehen hat, wusste was einen erwartet: Schneller, brutaler Death-Metal par excellance! Ohne Kompromisse wurde hier eine Schlacht geschlagen, bei der es nur Sieger gab: Fans und Band gleichermaßen! Unermüdlich und ohne Schnick-Schnack gab’s voll eins auf die Fresse, ein perfektes Zusammenspiel zwischen derben Growls, niederschmetternder Schnelligkeit und Groove ohne Ende!

Misery Index
„We are Misery Index aus Scheiß Amerika!“ Was dann folgte, war Krieg! Ihr Grind/Death-Metal verlangte den Fans und auch der Band alles ab. Der Drummer metzelte sein Kit kurz und klein, und der Sänger/Basser growlte und spielte sich dermaßen einen ab, dass man es kaum glauben wollte!
Was für ein Brett!
Danach mussten wir erst mal zu unserem Zelt kriechen, um uns mit einem Cola-Schoppen wiederzubeleben... ;-)

Ensiferum
Nach ZYKLON die zweite Band, die wir verpassten. Wenn auch nicht ganz ungewollt, da uns die Pagan-Einflüsse nicht sonderlich gefallen und so ein Cola-Schoppen halt auch durch nichts zu toppen ist! :-o

Grave
Nach DISMEMBER und UNLEASHED die dritte „Comeback“-Band aus Schweden. Ihr Old-School-Death-Metal groovte wie Sau und lud sofort zum heftigen Bangen ein. Da es auf der Bühne bis auf die Pyro-Effekte nicht viel zu sehen gab, war das auch gut so. Musikalisch einwandfrei überzeugten GRAVE somit als Death-Metal-Headliner am Samstag voll und ganz, kamen aber an den Auftritt von UNLEASHED nicht ganz heran. Trotzdem stark!
 

Dark Funeral
Der Headliner bot eine abwechslungsreiche und überzeugende Black-Metal-Show, die vor allem durch die nächtliche Dunkelheit und die Licht-/Nebel- und Pyro-Effekte voll zur Geltung kam und somit für die perfekte Stimmung sorgte. Die Songauswahl glich weitgehend der neuen Live-Scheiblette „De Profundis Clamavi Ad Te Domine“ und wurde auch ebenso gekonnt umgesetzt. Alles in allem ein würdiger Abschluss auf der Open-Hell-Stage, wobei man den Eindruck hatte, dass nach dem hochkarätigen und kräftezerrenden Ablauf bei den meisten Fans ein bisschen die Luft raus war...



 

Manos (Tentstage)
Als Rausschmeißer wurde dem noch aufrecht gehenden und nimmermüden Rest an Die-hard-Fans eine besondere Art von „Fun-Metal“ geboten: MANOS holten mit einem „Strauß bunter Melodien“ noch mal alles aus den Anwesenden raus und brachten das Zelt zum Kochen! Mit Songs wie „Komm in den Garten“, „Bad Chicken Attack“ oder „Biene M.“ verbreitete vor allem Bassist Eule mit seinem am Bass befestigten Sammelsurium für ausgelassene Party-Stimmung, die sich noch bis in die frühen Morgenstunden halten sollte...


 

Unser Fazit

Die hochkarätige Bandauswahl ließ kaum Wünsche offen, mit einem leichten Übergewicht zum Death-Metal wurde eigentlich jedem Extrem-Metaller etwas geboten. Bis auf GRAVEWORM, welche jedoch durch die sensationellen HEAVEN SHALL BURN ersetzt wurden, gab es keine Absagen. Der Zeitplan wurde fast minutiös eingehalten. Der Gesamtsound war bis auf kleinere Probleme immer sehr gut und ausgewogen. Das Festival-Gelände hielt dem zahlenmäßig erneuten Besucheranstieg stand und ließ immer noch ausreichend Bewegungsfreiheit vor der Bühne zu.
Aus unserer Sicht können wir bezüglich des musikalischen Ablaufs fast schon ausnahmslos von einem perfekten Event sprechen, was eigentlich nur noch durch persönliche Wünsche eigener Lieblingsbands zu verbessern wäre. Aber das ist, wie vieles andere halt auch, Geschmackssache...


Unsere Faves
Fleshcrawl
Haemorrhage (Show)
Dismember
Unleashed
Incapacity (!)
The Duskfall
Heaven Shall Burn (!)
Hatesphere
Vomitory
Misery Index (!)
Grave


aufbereitet von Thorsten (Overkiller)

 

© 2004Mail an Author sendenK.-P. Lexow Stats: