Annis Metal Attack, Pori / Finnland
04.06.2016

Bands: Blood Red Throne, Horna, Torture Killer, Black Crucifixion, Corpsessed, Author

Torture Killer, Blood Red Throne und Corpsessed auf einem Billing? Als wir das gelesen hatten, war klar: Da müssen wir hin! Dass der Gig in Finnland stattfinden soll, war dabei Nebensache.
So ging es am Freitagabend mit vier Leuten erst mal nach Helsinki und am nächsten Morgen mit dem Bus vier Stunden nach Pori an die Westküste Finnlands.
Pori ist ein kleines Städtchen mit einem Flüsschen und Gebäuden großteils im Plattenbaustil. Nach dem Einzug ins Hostel, erstmal einen Wein-Schoppen gezischt und danach ab etwas zum Essen gesucht. Notgedrungen musste ein Burger-Menü herhalten, um eine Unterlage für den Abend zu schaffen.
Da der Gig in einem Jugendhaus stattfand, wurde kein Alkohol ausgeschenkt, aber es wurde vorher darüber informiert, dass man seinen Suff selbst mitbringen könnte (Beer Bag). Die Merch-Crew sollte sogar ein Auge auf die Beer Bags haben, damit nichts gestohlen wird. Ungewöhnlich, aber keine schlechte Lösung. So kamen wir pünktlich mit unserer Tasche voller Jack Daniels, Pfeffi, Wein und Cola an der Location an. Ca. 60 Leute tummelten sich auf dem Vorhof, auf dem Tische und Bänke aufgebaut waren und zwei Dixies standen ebenfalls bereit. Im Verlauf des Abends wuchs die Zahl der Fans auf ca. 200 Leute an, wobei immer viele davon draußen waren, was wohl an den wechselnden Auftritten von Black und Death Metal
HIO and friends
HIO and friends
Bands zurückzuführen war. Die Stimmung war ausgesprochen friedlich und extrem relaxt.
Da es kurz vor Midsummer war, wurde es an diesem Tag eh nicht wirklich dunkel und so konnte man ohne Probleme und Licht den ganzen Abend und Nacht draußen seiner Beschäftigung nachgehen.
In der Location befanden sich im Erdgeschoss der Merchandiseverkauf, sowie eine kleine Essensausgabe und die Toiletten. Alles war äußerst ansprechend und liebevoll bemalt und gestaltet. Im Obergeschoss war der kleine Konzertraum, der max. ca. 200 Leute fassen konnte. Die Bühne war relativ klein und nur ca. 50 cm hoch und die Soundanlage etwas dürftig zusammengestellt. Also alles so wie es sich für einen Clubgig gehört.
Kaum hatten wir einen Platz belegt und den ersten Schoppen gemischt, kamen die Jungs von Torture Killer vorbei und begrüßten uns. Zu einem Drink konnten wir die Jungs nicht überreden, ganz die Profis. Dennoch hingen wir den ganzen Abend mit Jari von Torture Killer ab. Dazu gesellte sich noch ein zunächst unbekannter Freund von Jari aus den USA und Anton von der finnischen DM Band Nerlich. Übrigens stellte sich später heraus, dass der unbekannte Freund aus den USA Jason Netherton, seines Zeichens Sänger und Basser von Misery Index, ist. Wer hätte den netten Typen mit Brille und leicht grauem Bart hier in Finnland, für den wilden Derwisch von Misery Index gehalten? So wurden zusammen Gigs geschaut und in den Pausen getrunken und über Musik und die Welt gefachsimpelt.

Author black metal
Author
Apropos Musik…
Mit ca. 30 Minuten Verspätung begann der Abend mit dem lokalen Black Metal Act AUTHOR . Die junge Band hatte sich genretypisch in Schale geschmissen und spielte schnellen, grellen Black Metal mit derbem Gekeife. Eine ansehnliche Zahl an Zuschauern sah somit einen erstaunlich guten Einstieg für den Abend.

Bereits als zweite Band war mit den Finnen CORPSESSED nun ein Highlight für uns an der Reihe. Einige von uns durften die Jungs ja schon auf
corpsessed
Corpsessed
der Tour mit Cruciamentum in Oberhausen genießen. Der Death Metal der Finnen ist überaus bösartig, derbe, aber auch mit sehr coolen feinen Leads bestückt. Man geht auch gerne mal zwischendurch etwas in den Midtempostyle und ballert fiese rollende Riffs heraus. Der Gesang ist abgrundtief und wird von Sänger Niko Matilainen beeindruckend zelebriert. Leider war die Soundanlage dem derben Treiben nicht ganz gewachsen, der Gesang war leider nur sehr schwer bis gar nicht heraus zu hören, was der Show viel von seiner Boshaftigkeit raubte. Die Gitarren waren aber gut zu vernehmen, sodass die feinen Leads und brutalen Riffs schön in den Nacken gingen. Die Setlist war auch allerfeinst und zudem spielte die Band noch zwei brandneue Songs vom kommenden Album. Alles in allem ein durchaus gelungener Gig, der mit besserem Sound ein wahres Armageddon hätte werden können.
Setlist Corpsessed: Crypt Infester, Belial, Impedus of the Dead, Altar of Worms, Nameless Cult, Paroxysmal, Ravening Tides, Of Desolation.

Danach kamen die Black Metaller BLACK CRUCIFIXION dran. Solide Show, aber nicht unbedingt unser Ding. Wir hielten etwas Smalltalk mit den Jungs von Corpsessed und mussten feststellen, dass die Herren überwiegend coole Socken sind.

Torture Killer
Torture Killer
Das Highlight Nummer 2 für uns stand nun an. Die große und selten zu sehende finnische Death Metal Groove Maschine TORTURE KILLER war jetzt am Start. Hit um Hit knallten sie der begeisterten Menge ohne große Verschnaufpausen in die Fresse, denn die Spielzeit war leider begrenzt. Der Konzertraum war sehr gut gefüllt, denn viele wollten ihren Lokalhelden Pessi, Sänger bei TK, live sehen. Der Sound passte und es wurde wieder ein Fest der Riffs abgebrannt, die Meute war begeistert und gröhlte Hits wie Forever Dead und I chose Death begeistert mit.
Die Setlist war grandios und bestand aus den Songs: Swarm!, I bath in their blood, Phobia, Forever dead, Written in blood, Crypts, Motivated to kill, A funeral for the masses, I chose death und Devil's reject.
Nach der Show unterhielten wir uns noch viel mit den Jungs und erfuhren, dass man Torture Killer Anfang nächsten Jahres wieder in unseren Breitengraden live erleben kann. Mehr wird aber noch nicht verraten.
Horna Black Metal
Horna
Als Co-Headliner waren die Black Metaller HORNA an diesem Abend angetreten. Mit dezentem Corpsepaint spielte der Fünfer aus Finnland eine fette Show, die von vielen Fans abgefeiert wurde. Der rockige und bangkompatible Black Metal von Horna lief an diesem Abend dem finnischen Publikum gut rein. Ohne Skandal, ohne Pompöse und Getue überzeugten die Finnen um Shatraug alleine durch ihre Musik und die Songs wurden allesamt vom Publikum mit viel Applaus bedacht.

Blood Red Throne
Blood Red Throne
BLOOD RED THRONE wurden auch heute, wie kürzlich in Stockholm, von den Fans erwartet und abgefeiert. Und die Norweger waren wieder bester Laune und legten eine tolle Show hin. Auch bei diesem Auftritt war zu spüren, dass hier jeder von der Band Spaß hatte und alles gab. Leider war die Bühne für den Fünfer etwas zu klein und so konnten Blood Red Throne nicht ihre volle Live Action an diesem Abend zeigen. Der Sound war nicht gerade der Beste, dennoch konnten Songs wie „Aterial Lust“ überzeugen und es gab mächtig auf die Zwölf. Ein würdiger Headliner für den Abend.


HIO and friends In einem Rock-Pub im Zentrum von Pori fand anschließend die Aftershowparty statt.
Der Laden war brechend voll und die Stimmung klasse. So konnten Fans, Bands und wir bei weiteren Gesprächen und ein paar Bieren mit Musik von Machine Head und anderen Größen den Abend bis zur Sperrstunde um 3:00 Uhr ausklingen lassen.

Verfasst von Pit aka UnDerTaker und Mitch aka Exorzist





Flyer Annis Metal Attack 2016