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Livebericht zu Incineration Fest 2019 in London, Camden, 11.05.2019


Flyer
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London, 24 Bands, 3 Locations, 1 Tag, Mayhem gegen Asphyx, Septic Flesh gegen Benediction, Black- und Death Metal - das ist das Incineration Fest.
Aber kann so etwas im Trubel einer Großstadt funktionieren? Ja, es hat funktioniert und das Festival war restlos ausverkauft!
Wir nahmen das Incineration Fest zum Anlass, endlich wieder mal nach London zu reisen, Freunde zu treffen und zu geiler Mucke zu headbangen.


Das Festival fand im hippen Stadtteil Camden in den drei Locations Underworld, Electric Ballroom und dem Black Heart statt. Glücklicherweise sind es maximal 5 Minuten Fußweg, um jeweils in eine andere der drei Locations zu wechseln. Tickets kosteten als early bird deal 43£ [~48€) oder 54£ (~61€) im späteren Vorverkauf.
Die Gigs begannen um 13:20 Uhr mit der lokalen Death Metal Band Sphinx.
Für uns begann der Tag im Black Heart, der in einer schmalen Nebenstraße liegt. Hier gab es auch die Festivalbändchen für alle Metaller. Nach einer Runde Metallica-Bier vom Fass ging es um 15:20 Uhr zum ersten, von uns ausgewählten Gig, nach unten ins Underworld.

Foto: Unholy Lust
Unholy Lust
Hier waren die Amerikaner Unholy Lust am Start. Und die Kerle aus Los Angeles ballerten heftigen Death / Thrash von der Bühne, der richtig gut ankam. Irgendwie erinnerte der Stoff an Sadistic Intent und die Band hatte, mit ihren schwarzen Hecken und ihrem südamerikanischen Aussehen, eine verdammte Ähnlichkeit mit der Death Metal Legende. Ein prima Einstieg in das Festival für uns!

Foto: Shining
Shining
Danach ging es rüber in den Electric Ballroom. Dieser fasst geschätzt 3000 Leute und ist perfekt auf diese Größe abgestimmt. Hier war nun Shining aus Schweden mit ihrem Frontmann Kvarforth an der Reihe. Den (Black) Metal brachte die Band mit sehr gutem Sound souverän rüber. Kvarforth legte keine seiner bekannten „Orgien“ hin sondern agierte prima mit der Band und dem Publikum. Mir, und den meisten der geschätzten 1500 Fans, gefiel der melodische, etwas ruhigere Metal der Schweden sehr gut.

Foto: Carpathian Forest
Carpathian Forest
Nun ging es am gleichen Ort weiter mit den norwegischen Black Metallern Carpathian Forest. Der Black Metal der Norweger war heute sehr rockig, fast schon etwas poppig. Sänger Nattefrost kam mit einem Priesterkostüm daher und machte fleißig Stimmung auf der Bühne. Bei einem Song holte man Kvarforth von Shining auf die Bühne, um ihn den Gesang zu überlassen. In der Setlist des Abends durfte natürlich der „Knokkelmann“ nicht fehlen. Alles in allem ein guter Gig der Band, wobei mir die richtige Black Metal Attitüde bei Carpathian Forest etwas gefehlt hat.

Foto: Advent Sorrow
Advent Sorrow
Jetzt hieß es schleunigst rüber ins Underworld, um dort ja nichts vom Auftritt meines Favoriten, der australischen Black Metaller, Advent Sorrow zu verpassen. Hier war ich doch sehr gespannt, wie das tolle Material der Band live rüberkommt. Und es war großartig. Alle Bandmember waren mit Corpse Paint am Start und hoch motiviert. Vom ersten Song an knallte die Band mit enormem fettem Sound ihren depressiv melodischen Black Metal von der kleinen Bühne. Sänger Rhys King brachte den Hass und die Verzweiflung visuell und gesanglich unglaublich authentisch rüber. Er spuckte, reckte die Fäuste, trat in die Luft, bangte und schrie sich die Lunge aus dem Leib. Mit sechs Mann auf der Bühne wurde es schon richtig eng und mittendrin stand der Keyboarder mit seinem Totenkopf Corpse Paint und blickte cool und finster ins Publikum. Übrigens war der Laden rappelvoll und das Publikum feierte die Band mächtig ab. Es wurden an dem Abend nur Songs der letzten beiden großartigen Alben „As All Light Leaves Her“ und “Kali Yuga Crown” gespielt. Die Band aus Perth mit ihrem Symphonic / Depressive Black Metal waren mit ihrer motivierten, intensiven und authentischen Show für mich das Beste, was ich seit Langem gesehen habe. Ganz großes Kino!
Übrigens konnte man die sympathische Band an ihrem Merch-Stand vor und nach dem Gig treffen und sich unterhalten.
Die Setlist lautete wie folgt: Verminblood, With Storming Death, The Agony Courses Through My Veins, Wolf & Weapon, Absolute Perpetual Death, Skin to Suffer In, Pestilence Shall Come, While Bones Are Broken.


Foto: Benediction
Benediction
Nun hieß es Septic Flesh oder Benediction. Ich entschied mich für Benediction, auch wenn ich sie schon mehrfach gesehen habe. Und es war eine gute Entscheidung. Die Engländer spielten im Underworld und hatten einen enorm lauten und prima Sound. Scheinbar spielt die Band gerne im eigenen Land und man sah ihnen die Spielfreude an, und konnte sie auch hören. Mit dem wahnsinnig fetten Sound knallte der groovige Death Metal von Benediction wie Hölle. Die Band hatte mächtig viel Spaß in den Backen und man nahm sich mit Aussagen wie „Heute sind die Eltern unseres (jungen) Bassisten hier im Publikum und die sehen jünger aus als unser Gitarrist…“ selbst auf die Schippe. Immer wieder wurde ein Circlepit gefordert und das Publikum ging voll ab, stage dive-te und circelte im Moshpit um die große Säule vor der Bühne herum. Sänger Dave Hunt war bei guter Stimme und bester Laune. Vor dem letzten Song gab Dave Hunt bekannt, (was vorher schon veröffentlicht wurde), dass dies der letzte Auftritt von ihm mit Benediction in England ist und nur noch ein paar Konzerte in Europa gespielt werden, dann höre er bei Benediction auf. Er dankte den Fans und der Band und ihm blieb teilweise die Stimme weg und ein paar Tränen verdrückte die Rampensau auch noch. So wird er sich in Zukunft mehr seiner Band Anaal Nathrakh widmen. Ja, das war ein intensiver und gelungener Gig von Benediction und hatte uns mächtig gut gefallen.

Foto: Mayhem
Mayhem
Nun leerte sich das Underworld, denn sehr viele waren unterwegs und wollten sich Mayhem als Headliner im Electric Ballroom ansehen. Auch wir gingen mit, um ein paar Songs der norwegischen Black Metal Urgesteine zu sehen. Da mir das Gehabe und Getue von und um Mayhem nicht so zusagt, war der Plan nach den ersten Songs Asphyx als Headliner im Underworld anzusteuern. Mayhem begannen deutlich später als vorgesehen. Die ca. 2500 Leute standen dicht gedrängt, um das Spektakel zu erleben. Die Norweger begannen mit viel Nebel, langem Intro und eingehüllt in blauem Licht. Scheppernd, klirrend, eisig und undeutlich kratzte der Black Metal in den Ohren.

Foto: Asphyx
Asphyx
Also wanderten wir wieder zurück zum Underworld um Asphyx die Aufwartung zu machen. Und mit Erstaunen stellten wir fest, dass zu Beginn des Sets der Laden gerade mal knapp über die Hälfte mit Leuten gefüllt war. Das störte die Niederländer (plus Husky aus Deutschland) nicht und man legte gewohnt furios los. Mir kamen die Songs, wie z.B. Deathhammer, sogar noch schneller vor als vom Album bekannt. Und dies bestätigte mir Gitarrist Paul Baayens später beim Bier im Pub einen Stock höher. Der Sound war unglaublich laut, dass einem so langsam die Ohren schmerzten. Mittlerweile füllte sich die Location auch mehr und mehr.
Bei „Scorbutics“ legten die Fans mit Stagediven los, was bis zum Schluss so weiterging. Die letzten beiden Songs des Abends „The Rack“ und „Last One on Earth“ wurden vor vollem Haus gespielt. Ein gewohnt geiler Gig von Asphyx beendete die Gigs im Underworld und ließ viele Gesichter glücklich aussehen.

Wir machten uns nun auf in das Black Heart, denn hier spielte um 22:00 Uhr mit Abysmal Torment aus Malta die letzte Band des Festivals. Mit riesen Gedränge ging es die Treppe hinauf zur kleinen Konzertlocation. Hier hatten den ganzen Abend kleinere Undergroundbands die Bühne im Griff. Die Location war leider so überfüllt, dass man sich gar nicht mehr bewegen konnte und wir uns daher entschieden, den Rückzug anzutreten. So endete dann für uns das Incineration Fest 2019.

Wir sammelten uns wieder und wechselten von einem Metalpub zum nächsten. Zwischendurch trafen wir im Worlds End Martin, Paul und Alwin von Asphyx und tranken das eine oder andere Bier und Schnäpschen zusammen. So ging dann gegen 3 Uhr für uns ein gelungener Metalabend in Camden zu Ende und wir verschwanden mit der U-Bahn Richtung Unterkunft.

Mehr zum Incineration Fest erfahrt ihr auf der Festival- Website.

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